Sanitätsausbildungen: Herz-Lungen-Wiederbelebung - Funktionsprinzip
Funktionsprinzip der Thoraxkompressionen
Durch Thoraxkompressionen wird der Druck im Brustraum zyklisch erhöht und gesenkt. Diese Druckveränderungen wirken sich auf die Blutgefäße und das Herz aus. Die Herzklappen öffnen und schließen sich dabei passiv, sodass Blut in den Kreislauf gedrückt wird. Zwar ist dieser künstlich erzeugte Blutkreislauf weniger effizient als ein normaler Herzschlag, doch er versorgt das Gehirn mit einer minimalen Menge an Blut und erhöht so die Überlebenschancen. [1]
Funktionsprinzip der Defibrillation
Beim Kammerflimmern kontrahieren die Herzmuskelzellen unregelmäßig und chaotisch, wodurch das Herz seine Pumpfunktion verliert. Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) kann diese lebensbedrohliche Situation beenden. Das Gerät analysiert selbstständig das Herzsignal und gibt bei Bedarf einen synchronisierten elektrischen Schock ab. Der Schock unterbricht diese Herzrhythmusstörungen und schafft so die Voraussetzung für einen erneuten, koordinierten Herzschlag. [2]
Funktionsprinzip der Beatmung
Unmittelbar nach einem Kreislaufstillstand steht dem Körper noch Sauerstoff zur Verfügung, jedoch nicht im Gehirn. Thoraxkompressionen allein können in der Anfangsphase ausreichend sein, um diesen Sauerstoff aus dem Körper in das Gehirn zu transportieren. Um eine optimale Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, muss nach einer gewissen Zeit jedoch zusätzlich Sauerstoff in die Lunge gegeben werden. Mit Hilfe von geeignetem Equipment wie Beutel-Maske oder i-gel Maske kann der Helfer sicher beatmen, ohne direkten Kontakt zum Patienten. Auch bei der Mund-zu-Mund-Beatmung gelangt ausreichend Sauerstoff in die Lunge des Patienten. Unsere Ausatemluft enthält circa 17 Volumenprozent Sauerstoff, im Vergleich zu 21 Prozent in der Umgebungsluft. Durch die natürliche Elastizität des Brustkorbs kann mit geringem Beatmungsdruck ein Atemzug simuliert werden. Ein zu starker Atemstoß kann dazu führen, dass Luft in den Magen gelangt und so das Risiko einer Aspiration erhöht. [3]
Besonderheiten der Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Frauen
Internationale Studien zeigen, dass Frauen im öffentlichen Raum seltener eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Ersthelfer erhalten als Männer. Als Gründe werden unter anderem Hemmungen beim Berühren oder Freimachen des Brustkorbs, Unsicherheiten im Umgang mit der weiblichen Brust sowie die Angst vor dem Vorwurf eines sexuellen Übergriffs genannt. [4]
Für die Reanimation gilt, es gibt keinen medizinischen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Druckpunkt, Drucktiefe und Frequenz der Thoraxkompressionen sind gleich. Die Hände werden in der Mitte des Brustkorbs auf das Brustbein gesetzt. Die Brust stellt dabei kein Hindernis dar, da auf das Brustbein gedrückt wird, nicht auf das Brustgewebe. [5]
Kleidung darf und soll entfernt oder geöffnet werden, damit der HLW-Druckpunkt klar lokalisiert und die Defibrillationselektroden korrekt platziert werden können. Ein BH kann hinderlich sein und sollte bei Bedarf entfernt oder zur Seite geschoben werden. [6]

Abbildung: HLW bei Frauen
Literatur

