Praxisanleitung: Kohlenstoffdioxidgehalt in Ausatemluft ermitteln
Die Kapnometrie ist ein Verfahren, um den Kohlenstoffdioxid-Gehalt (CO2-Gehalt) der Ausatemluft des Patienten zu messen und zu überwachen.
Indikation
Verifizierung einer korrekten trachealen Intubation
Überwachung beatmeter Patienten
Diagnostik zum Beispiel im Rahmen einer Reanimation, Lungenembolie
Material
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Abbildung: Kapnometrie - Material |
Durchführung
Kapnometrie durchführen
Anmerkungen
Die etCO2-Messung ist aus der modernen Notfallmedizin nicht mehr wegzudenken. Sie ist das Standardverfahren, um eine Fehlplatzierung des Tubus in der Speiseröhre auszuschließen, auch in Zeiten der Videolaryngoskopie. Zusätzlich kann, wie bereits beschrieben, eine große Anzahl an Komplikationen frühzeitig erkannt werden. Außerdem ist die CO2-Messung ein essenzieller Parameter, um beatmete Patienten zu überwachen. Ob man nun die Haupt- oder Nebenstrommessung einsetzt, ist letztendlich abhängig davon, welche medizinischen Geräte beschafft werden, und somit auch eine Kostenfrage. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile, die aber nicht von entscheidender Bedeutung sind. [1]
Die Kapnometrie liefert Auskunft über Lage des Endotrachealtubus und die Qualität der Spontanatmung sowohl beim intubierten Patienten als auch beim nicht intubierten Patienten. Desweiteren dienst sie zur Überwachung der Effizienz einer Reanimation und kann zur Beurteilung der Stoffwechsellage des Patienten genutzt werden.
Mit einer Nasensonde ist auch die Überwachung von Patienten mit Spontanatmung möglich (zum Beispiel Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung - COPD).
Messtypen
Kolorimetrie: Anzeige durch Farbumschlag
Kapnometrie: Anzeige des maximalen CO2 Wertes
Kapnografie: Anzeige des CO2 Gehaltes als Kurve über die Zeit
Messverfahren
Nebenstromverfahren
Beim Nebenstromverfahren wird kontinuierlich eine geringe Menge Luft aus dem Schlauchsystem über einen dünnen Schlauch zum Detektor geleitet.
Dadurch wird beim Nebenstromverfahren das Gewicht des Schlauchsystems niedrig gehalten und die Gefahr einer Extubation minimiert. Allerdings findet die CO2-Detektion erst verzögert statt, da die Ausatemluft erst über den Messschlauch zum Messsystem gelangen muss.

Abbildung: Kapnometriesensor - Nebenstrom
Hauptstromverfahren
Beim Hauptstromverfahren wird die Messvorrichtung in das Schlauchsystem eingebracht. Die Messung erfolgt direkt durch Infrarotspektroskopie der zwischen Sender und Empfänger der Messvorrichtung vorbeiströmenden Luft.
Im Gegensatz zum Nebenstromverfahren kommt es zu keinen Volumenverlusten und es erfolgt die Analyse der gesamten ausgeatmeten Luft. Das hohe Gewicht der Messapparatur vergrößert allerdings vor allem während des Transports die Gefahr der Extubation.

Abbildung: Kapnometriesensor - Hauptstrom elektronisch

Abbildung: Kapnometriesensor - Hauptstrom Farbumschlag
Literatur
[1] | Dufner, Martin: Die CO2-Messung im Rettungsdienst - Vor der Bedeutung bis zu den Einsatzmöglichkeinten: in Rettungsdienst September 2025. |
Aa | Braunecker, Stefan: Fehlintubation verhindern: in Rettungsdienst April 2017. |









