Praxisanleitung: Wärmeerhalt sicherstellen - Rettungsdecke (Windeltechnik)
Beim Einsatz im Gebirge kann eine Rettungsdecke bei Sturm, Kälte, Schnee oder starker Beanspruchung leicht einreißen. Um dies zu vermeiden, wird der Patient nicht außen umhüllt. Stattdessen wird die Rettungsdecke direkt über der untersten Bekleidungsschicht angelegt und anschließend wieder von der Kleidung bedeckt.
Indikation
unterkühlter Patient in unwegsamem Gelände
zu erwartende längere Verweildauer in kalter Umgebung
Material
Rettungsdecke (Rettungsfolie)
Durchführung
Patienten über die geplante Maßnahme informieren und auf den zu erwartenden Geräuschpegel durch die Rettungsdecke aufmerksam machen

gegebenenfalls Patienten auffordern, sich hinzustellen
Bekleidung des Patienten bis zur untersten Schicht öffnen / öffnen lassen

Rettungsdecke aus Verpackung entnehmen

Rettungsdecke in Längsrichtung entfalten

Rettungsdecke auf unterster Kleitungsschicht über den Rücken legen, sodass oben und unten etwa gleich viel Material vorhanden ist

oberen Teil der Rettungsdecke wie ein Kopftuch über den Kopf ziehen

die beiden oberen Enden der Rettungsdecke unter dem Kinn zusammenbinden

unteren Teil der Rettungsdecke über Gesäß des Patienten entfalten

unteren Teil der Rettungsdecke zwischen den Beinen des Patienten ähnlich einer Windel durchziehen

unteres Ende der Rettungsdecke im Hosenbund fixieren

geöffnete Kleidung über Rettungsdecke wieder schließen / schließen lassen

Anmerkungen
Die Rettungsdecke ist unter der äußersten Kleidungsschicht, jedoch nicht direkt auf der Haut, anzubringen. Direkter Hautkontakt führt dazu, dass Wärme an die Umgebung abgegeben wird.
Es ist empfehlenswert, noch eine weitere Rettungsdecke auf der untersten Bekleidungsschicht über den Brustkorb zu legen. [1]
Mit der beschriebenen Technik muss die Rettungsdecke nicht festgehalten werden und der Patient bleibt weiterhin mobil.
Im Falle einer Hubschrauberrettung besteht keine Gefahr, dass sich bei der Landung Teile der Rettungsdecke lösen und umherfliegen, was für den Hubschraubers ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte.
Die Windeltechnik ist vor allem für gehfähige oder zumindest stehfähige Patienten geeignet. Bei liegenden, bewusstlosen oder schwer verletzten Patienten sollte stattdessen eine klassische Einhüllung mit Rettungsdecke erfolgen.
Mehr Informationen zum Wärmeerhalt mit einer Rettungsdecke finden sie in der Praxisanleitung Wärmeerhalt sicherstellen - Rettungsdecke.
Literatur
[1] | Österreichischer Alpenverein: Kalt, kälter, tot |
Aa | Alpenverein Südtirol: Bergsteigertipp: Die Alu-Rettungsdecke |
Arbeitstechnik in Bildern
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 1 | Patienten über die geplante Maßnahme informieren und auf den zu erwartenden Geräuschpegel durch die Rettungsdecke aufmerksam machen |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 3 | Bekleidung des Patienten bis zur untersten Schicht öffnen / öffnen lassen |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 4 | Rettungsdecke aus Verpackung entnehmen |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 5 | Rettungsdecke in Längsrichtung entfalten |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 6 | Rettungsdecke auf unterster Kleitungsschicht über den Rücken legen, sodass oben und unten etwa gleich viel Material vorhanden ist |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 7 | oberen Teil der Rettungsdecke wie ein Kopftuch über den Kopf ziehen |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 8 | die beiden oberen Enden der Rettungsdecke unter dem Kinn zusammenbinden |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 9 | unteren Teil der Rettungsdecke über Gesäß des Patienten entfalten |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 10 | unteren Teil der Rettungsdecke zwischen den Beinen des Patienten ähnlich einer Windel durchziehen |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 11 | unteres Ende der Rettungsdecke im Hosenbund fixieren |
Abbildung: Wärmewindel mit Rettungsdecke - Schritt 12 | geöffnete Kleidung über Rettungsdecke wieder schließen / schließen lassen |




















