Praxisanleitung: AUTO-Regel anwenden
Die AUTO-Regel unterstützt sowohl Feuerwehr als auch rettungsdienstliches Personal systematisch bei der Erkundung und Gefahrenanalyse von Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebssystemen.

Abbildung: Piktogramm AUTO-Regel anwenden
Indikation
erweiterte Orientierung bei Einsätzen mit Kraftfahrzeugen, insbesondere bei unklarer Antriebsart
Material
-
Durchführung
Austretende Betriebsstoffe
Anzeichen für austretende Betriebsstoffe können sein:
Flüssigkeitsansammlungen, charakteristische Gerüche bei Benzin, Diesel, Öl, Kühlflüssigkeit
Schmorgeruch, Rauchentwicklung, Funkenflug, Batterieelektrolyt bei Hochvoltsystem
Zischen, Rauschen, Nebelbildung, Gasgeruch bei Erdgas, Flüssiggas, Wasserstoff
Unterboden
Ist der Unterboden des Fahrzeuges einsehbar, so lassen sich auch hier Hinweise auf die Antriebsform finden. Zum Beispiel:
Auspuffanlage bei Verbrennungsmotor
Druckbehälter
Hochvoltbatteriegehäuse
orangefarbene Hochvoltkabel bei Elektroantrieb
Tankdeckel
Unter dem Tankdeckel finden sich oft weitere Hinweise auf die Antriebsform. Zum Beispiel
Beschriftung auf Innenseite des Tankdeckels
Form des Tankstutzens
Oberfläche
Mit der Oberfläche sind alle weiteren Hinweise gemeint, die bei aufmerksamer Betrachtung des Fahrzeuges ins Auge fallen. Zum Beispiel:
Beschriftungen
Druckentlastungseinrichtungen
Kfz-Kennzeichen mit 'E' am Ende
Typenbezeichnungen ('Hybrid', 'Electric', 'Fuel Cell')
Warnaufkleber
zweiter Tankstutzen
Anmerkungen
Die AUTO-Regel deckt nur einen Teil der Erkundung ab. Viele Hinweise lassen sich jedoch bereits bei der Annäherung an die Einsatzstelle aus sicherer Distanz erfassen. So stehen wichtige Informationen zur Verfügung, bevor der potenzielle Gefahrenbereich betreten wird.
AUTO eignet sich besonders in der Phase der Annäherung und Erkundung. Sie kann parallel zur Beurteilung der Einsatzstelle (Absicherung, Eigenschutz) angewendet werden.
Das Gefährdungspotenzial, das bei Unfällen und Bränden von Elektrofahrzeugen ausgeht, ist für Einsatzkräfte nicht größer als das von konventionellen Fahrzeugen. Aber die Gefahren verändern sich. Während potenziell brandbeschleunigende Schmier- und Kraftstoffe entfallen, müssen Rettungskräfte nun mit Hochvoltspeichern umgehen, die in der Regel aus Lithium-Ionen-Batterien bestehen. [1]
Literatur
[1] | BRK-Bezirksverband Ober- und Mittelfranken - Lehrkräfteinformation Erste Hilfe / SAN, Rundschreiben vom 2016-02-18: Sichere Lösch- und Rettungsarbeiten an Elektrofahrzeugen. |
Aa | Joormann, Timo: Die Auto Regel - Schnelle Orientierung bei Einsätzen mit technischer Hilfeleistung: in Rettungsdienst November 2025. |
Aa | Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg, Bruchsal: Einsatzlehre und -taktik im Hilfeleistungseinsatz |
Aa | Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V: Merkblatt 'Technische -medizinische Rettung nach Verkehrsunfällen' |
Aa | Einsatzgrundsätze bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben: DGUV Information 205-042 |









