Anmerkungen Leitsymptom Akutes Koronarsyndrom Allgemeines Leitsymptom beim Akuten Koronarsyndrom ist der Thoraxschmerz beziehungsweise ein thorakales Druck- oder Engegefühl. Dieses tritt häufig hinter dem Brustbein auf und wird von den Betroffenen als Druck, Enge, Brennen oder Beklemmungsgefühl beschrieben. Die Schmerzen sind meist nicht punktgenau lokalisierbar, sondern breiten sich flächig im Brustraum aus und können in herznahe Körperregionen ausstrahlen. Bei Männern stehen dabei typischerweise starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm, die Schulter oder den Unterkiefer im Vordergrund. Bei Frauen treten hingegen häufiger unspezifische Beschwerden auf, wie Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen (insbesondere im Bereich zwischen den Schulterblättern), Schmerzen im Kiefer- oder Nackenbereich sowie ausgeprägte Müdigkeit oder Schwäche. Brustschmerzen können vorhanden sein, sind jedoch oft weniger ausgeprägt oder fehlen in Einzelfällen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Symptomatik muss insbesondere bei Frauen auch bei unklaren Beschwerden im Oberbauch, Rücken oder bei plötzlicher Luftnot an ein Akutes Koronarsyndrom gedacht werden. 
Abbildung: Schmerzausbreitung Akutes Koronarsyndrom AED einsatzbereit machen bei Akutem Koronarsyndrom Die routinemäßige Anwendung von Defibrillationselektroden bei Patienten mit Akutem Koronarsyndrom verkürzt die Zeit bis zur ersten Defibrillation, was nachweislich das Überleben bei einem Herzstillstand außerhalb der Klinik erhöht. Sauerstoffgabe beim Akuten Koronarsyndrom Sauerstoff wird nicht automatisch bei allen Patienten mit einem Herzinfarkt empfohlen. Er sollte nur gegeben werden, wenn die Sauerstoffsättigung unter 90 % liegt. Bei Herzinfarkt-Patienten mit einer Sauerstoffsättigung von 90 % oder mehr sollte kein Sauerstoff gegeben werden. Studien zeigen, bei einer Sauerstoffsättigung von über 90 % bringt zusätzlicher Sauerstoff keinen Nutzen für das Herz und kann sogar schaden. Abgrenzung Angina Pectoris / Herzinfarkt Wenn die Beschwerden länger als 20 Minuten andauern und nach der Gabe von Nitro-Spray keine Besserung eintritt, besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt. Im Gegensatz zum Herzinfarkt können sich die Beschwerden bei der Angina Pectoris durch die Anwendung von Nitroglycerin bessern. Differentialdiagnose Akutes Koronarsyndrom Der Begriff akutes Koronarsyndrom (ACS - Acute coronary syndrome) beschreibt ein Spektrum von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch den Verschluss oder die hochgradige Verengung eines Herzkranzgefäßes verursacht werden. ST-Hebungsinfarkt (STEMI - ST-segment elevation myocardial infarction) Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI - non ST-segment elevation myocardial infarction) instabile Angina pectoris (UA - unstable angina pectoris)
Eine genaue Diagnose erfolgt über die Elektrokardiographie (EKG) und die Messung biochemischer Marker (insbesondere kardiales Troponin): ST-Hebungsinfarkt: ST-Streckenhebung im EKG, Anstieg von Troponin Nicht-ST-Hebungsinfarkt: unspezifischer EKG-Befund, Anstieg von Troponin instabile Angina pectoris: unspezifischer EKG-Befund, kein Anstieg von Troponin

Abbildung: Differentialdiagnose Akutes Koronarsyndrom Die Differentialdiagnose 'ST-Hebungsinfarkt' kann am Einsatzort erhoben werden und muss zur unmittelbaren Vorstellung (< 90 min) des Patienten in einem Herzkatheterlabor führen. Eine Unterscheidung zwischen 'Nicht-ST-Hebungsinfarkt' und 'instabile Angina pectoris' kann erst in der behandelnden Klinik getroffen werden. Glossar Herzinfarkt Bei einem Herzinfarkt werden eines oder sogar mehrere Herzkranzgefäße durch Blutgerinnsel vollständig verstopft. Das dahinterliegende Herzmuskelgewebe wird nicht mehr mit Blut versorgt und stirbt innerhalb kürzester Zeit (15 bis 30 Minuten) nach und nach ab. Abgestorbene Herzmuskelzellen regenerieren sich nicht mehr, sie vernarben und können die Funktion des Herzens einschränken (sogenannte Herzinsuffizienz) oder es sogar vollständig zum Erliegen bringen. In der Akutphase eines Herzinfarktes treten häufig gefährliche Herzrhythmusstörungen auf. Auch kleinere Infarkte führen nicht selten zum Kammerflimmern. |