Datenblatt: Vergiftung - Ethylenglykol

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Datenblatt: Vergiftung - Ethylenglykol

 

Spezifikation

Fall

Meldung

Erste Hilfe (EH)

Sie werden um Hilfe gebeten.

Schulsanitätsdienst (SSD)

Die Schulsanitätergruppe, bei der Sie eingeteilt sind, wird alarmiert.

Sanitätsdienst (San)

Während der von ihnen betreuten Sanitätsabstellung werden sie um Hilfe gebeten.

Rettungsdienst (RD)

Sie erhalten den Einsatzauftrag: 'Vergiftung, Ethylenglykol (25: Notfalleinsatz - internistischer Notfall) - Moritz 3; Notfall'.

Situation vor Ort

allgemein

Am Einsatzort angekommen finden sie einen Patienten vor, der vor etwa zehn Stunden aus Unachtsamkeit einen Schluck Ethylenglykol eingenommen hat.

Wohnbereich

Am Einsatzort angekommen finden sie einen teilnahmslosen Patienten vor.

Der Teilnehmer eines Umtrunkes hat nach Erschöpfung der Alkoholvorräte etwa einen Liter Frostschutzmittel für PKW-Scheibenwaschanlagen eingenommen.

Mimen

Mime 1 - Patient

Kenndaten

Fachgebiete

  • I - Internistischer Notfall 

Notfallarten

  • Vergiftung - Ethylenglykol 

Körperregionen

  • allgemein 

Körperteile

  • allgemein - Vergiftung

Spiel

Rolle

  • sitzt 

  • wirkt verwirrt 

  • Patient ist schläfrig (Somnolenz) und muss wiederholt geweckt werden 

  • während der Versorgung verstärkt sich die Bewusstseinsstörung des Patienten weiter (Sopor) 

Befund

Bewusstsein

  • Lage: getrübt 

  • Schmerzen: ohne Befund 

  • Pupillen: ohne Befund 

Atmung

  • Lage: Kußmaul 

  • Frequenz: 25 1/min

  • Rhythmus: ohne Befund 

  • Geräusch: ohne Befund 

  • Bewegung: ohne Befund 

Kreislauf

  • Lage: ohne Befund 

  • Frequenz: ohne Befund 

  • Rhythmus: ohne Befund 

  • Blutdruck: ohne Befund 

  • Blutsauerstoff: ohne Befund 

  • Blutzucker: ohne Befund 

  • Temperatur: ohne Befund 

Erkrankungen

  • Ethylenglykolvergiftung 

Verdachtsdiagnose

  • Ethylenglykolvergiftung 

Maßnahmen

Lagerung

Seitenlage

Hilfeleistungen

Abdeckung

Notfallarten

  • Vergiftung - Ethylenglykol 

Material

Ausrüstung

  • Sauerstoffgerät  (San)

Anmerkungen

Vergiftung mit Ethylenglykol

(Giftklasse: Chemische Verbindungen)

Ethylenglykol ist der einfachste zweiwertig Alkohol (C2H4(OH)2). Ethylenglykol ist Bestandteil von Frostschutz- und Enteisungsmitteln.

Ethylenglykol wird im Körper zu Glykolsäure, Glyoxylsäure und Oxalat abgebaut. Diese Abbauprodukte bedingen die eigentliche Toxizität, vor allem die Entstehung einer metabolischen Azidose und toxische Wirkung auf die Nieren. Bereits die Einnahme von geringen Mengen kann zu lebensbedrohlichem Nierenversagen führen.

Die zerebrale Wirkung von Methanol ist ähnlich wie bei Ethanol. Die Symptome treten mit Ausnahme des wenig ausgeprägten 'Alkoholrausches' meist erst nach mehreren Stunden auf.

Die Verstoffwechselung des Ethylenglykol zu den giftigen Abbauprodukten kann in der Klinik durch Ethanolgabe blockiert werden.

Giftaufnahmewege

  • Magen-Darm-Trakt (oral)

Symptome

  • Schwindel, Kopfschmerzen

  • Somnolenz, Koma, Krampfanfall

  • Kußmaulatmung, Blutdruckabfall

  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

  • blutiger Urin, Nierenversagen

Maßnahmen

Neben den Basismaßnahmen bei Vergiftungen sind die folgenden speziellen Maßnahmen sinnvoll:

  • Giftentfernung: Dialyse

  • Antidot: Ethanol durch Notarzt oder Klinik

  • Transport: in ein Krankenhaus mit nephrologischer Fachabteilung und Dialysemöglichkeit

Notfalldarstellung - Atemnot

Es besteht die Gefahr einer echten Hyperventilation des Mimen.

Mimen vor seinem Einsatz auf die Gefahr hinweisen und bei ersten Anzeichen einer Hyperventilation Spiel abbrechen.

Transportziel bei Vergiftung mit dialysierbaren Stoffen

Bei einigen akuten schweren Vergiftungen ist Dialyse die effektivste und schnellste Behandlungsoption.

Dazu zählen:

  • Ethylenglykol

  • Lithium

  • Methanol

Bei Verdacht auf eine lebensbedrohliche Intoxikation mit einem dieser Stoffe sollte der Patient, nach Rücksprache mit der Rettungsleitstelle, in ein Krankenhaus mit nephrologischer Fachabteilung und Dialysemöglichkeit transportiert werden.

Glossar

Kußmaul-Atmung

Kußmaul-Atmung, auch Azidose-Atmung oder Azidoseausgleichsatmung genannt, bezeichnet ein krankhaftes Atmungsmuster, das sich durch eine vertiefte Atemtätigkeit mit oft erhöhter Frequenz äußert. Ursache dafür ist eine Übersäuerung (Azidose) des Blutes, zum Beispiel durch Hyperglykämie oder eine metabolische Azidose.

Die Namensgebung gründet sich nicht auf einer Mundstellung (Kuss), sondern nach dem deutschen Biologen und Internisten Adolf KUSSMAUL (1822 - 1902).

Mime 2 - Anwesender

Spiel

Rolle

  • führt Helfer zum Patienten 

  • berichtet auf mehrmalige Nachfrage 'Situation vor Ort' 

Historie

Version

Autor

Datum

Bemerkung

0.1

THUMSER, A.

2012-09-04

Einsatzbericht SALLECK (Notfallort Wohnbereich)

Zusammenfassung - Sequenz

Abdeckung

Notfallarten

  • Vergiftung - Ethylenglykol 

Notfallorte

Material

Ausrüstung

  • Sauerstoffgerät  (San)

Diese Seite wurde am 2020-03-06 19:59 erstellt.

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