Fallbeispiel: Vergiftung - Kohlenmonoxid

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Fallbeispiel: Vergiftung - Kohlenmonoxid

 

Sequenz-Spezifikation

Fall

Meldung

Erste Hilfe (EH)

Sie werden um Hilfe gebeten.

Schulsanitätsdienst (SSD)

Die Schulsanitätergruppe, bei der Sie eingeteilt sind, wird alarmiert.

Sanitätsdienst (San)

Während der von ihnen betreuten Sanitätsabstellung werden sie um Hilfe gebeten.

Rettungsdienst (RD)

Sie erhalten den Einsatzauftrag: 'Vergiftung, Kohlenmonoxid (66: Notarzteinsatz - sonstiger Unfall) - Moritz 1; Notfall'.

Situation vor Ort

allgemein

Am Einsatzort finden sie eine am Boden liegenden Patienten vor, der nach Aussage des anwesenden Helfers sich mit Abgasen das Leben nehmen wollte. Weiter berichtet er, er habe die Abgasquelle abschalten können, wüsste jetzt aber nicht was zu tun sei.

PKW

Am Einsatzort finden sie einen, vor einem offenen Fahrzeug am Boden liegenden Patienten vor.

Auf Nachfrage erfahren sie von dem anwesenden Helfer, das sich der Patient mit den Auspuff-Abgasen das Leben nehmen wollte. Weiter berichtet er, er habe das laufende Auto abgestellt und den Patienten vom Fahrersitz auf den Boden gelegt, wüsste jetzt aber nicht was zu tun sei.

Ufer

Am Einsatzort finden sie einen am Ufer liegenden Taucher vor.

Auf Nachfrage erfahren sie von dem anwesenden Helfer, das er seinem Tauchpartner ans Ufer bringen musste. Weiter berichtet er, er vermute, dass sein Freund seine Flaschen neben einem laufenden Motor gefüllt habe und dadurch die Atemluft verunreinigt wurde.

Werkstatt

Am Einsatzort finden sie einen am Boden liegenden Patienten vor.

Auf Nachfrage erfahren sie von dem anwesenden Helfer, das sich der Patient während des Grillanheizens in der kleinen Werkstadt zusammengebrochen sei. Weiter berichtet er, er habe den Grill mit Wasser gelöscht, wüsste jetzt aber nicht was zu tun sei.

Mimen

Mime 1 - Patient

Kenndaten

Fachgebiete

  • I - Internistischer Notfall 

Notfallarten

  • Vergiftung - Kohlenmonoxid 

Körperregionen

  • allgemein 

Körperteile

  • allgemein - Vergiftung

Spiel

Rolle

  • liegt 

  • ist kaum ansprechbar (somnolent) 

Befund

Bewusstsein

  • Lage: getrübt 

  • Schmerzen: ohne Befund 

  • Pupillen: ohne Befund 

Atmung

  • Lage: ohne Befund 

  • Frequenz: ohne Befund 

  • Rhythmus: ohne Befund 

  • Geräusch: ohne Befund 

  • Bewegung: ohne Befund 

Kreislauf

  • Lage: ohne Befund 

  • Frequenz: ohne Befund 

  • Rhythmus: ohne Befund 

  • Blutdruck: ohne Befund 

  • Blutsauerstoff: 98 %

  • Blutzucker: ohne Befund 

  • Temperatur: ohne Befund 

Erkrankungen

  • Kohlenmonoxid-Vergiftung 

Verdachtsdiagnose

  • Vergiftung mit Kohlenmonoxid 

Maßnahmen

Lagerung

Seitenlage

Hilfeleistungen

Abdeckung

Notfallarten

  • Vergiftung - Kohlenmonoxid 

Material

Ausrüstung

  • Beatmungsbeutel  (San)

  • Sauerstoffgerät  (San)

Anmerkungen

Vergiftung mit Kohlenmonoxid

(Giftklasse: Chemische Verbindungen)

Kohlenmonoxid (CO) ist ein hochgiftiges, farb- und geruchloses, hochentzündlich Gas.

Kohlenmonoxid (CO) hat keine direkte Wirkung auf Zellen und Organe. Die giftige Wirkung beruht auf der starken Bindung des Kohlenmonoxid an das Hämoglobin des Blutes. Die Bindungskraft ist etwa 300-mal stärker als die von Sauerstoff. Kohlenmonoxid verdrängt damit den Sauerstoff mit der Folge einer Verminderung der Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Konzentrationen von 0.2 % der Atemluft können bereits tödlich sein.

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen. Lebensbedrohliche Konzentrationen entstehen vor allem bei Schwelbränden und sind in der Abluft von Öl- und Kohleöfen vorhanden. Da es hochentzündlich ist, besteht immer akute Explosionsgefahr.

Nichtkatalysierte Autoabgase können bis zu 20 % Kohlenmonoxid enthalten. Bei einem vollfunktionsfähigen Katalysator ist eine tödliche Kohlenmonoxidvergiftung nicht mehr zu erwarten.

Die Oxymetrie liefert falsche hohe Werte, da Kohlenmonoxid wie Sauerstoff interpretiert wird.

Die Beurteilung der Hautfärbung ist extrem unzuverlässig. Die oft zitierte kirschrote Hautfarbe findet sich nur selten, meist sind die Patienten blass oder zyanotisch.

Die gezielte Therapie vor Ort und in der Klinik ist die Applikation einer möglichst hohen Sauerstoffkonzentration. Die Eliminationshalbwertszeit des Kohlenmonoxids ist von der Sauerstoffkonzentration der Atemluft abhängig. Bei 21 %, also Raumluft, beträgt sie vier bis sechs Stunden. Durch die Gabe von 100 % Sauerstoff wird die Halbwertszeit auf 40 bis 60 Minuten reduziert. Mit hyperbarem Sauerstoff (Druckkammer) kann die Halbwertszeit auf 15 bis 30 Minuten reduziert werden.

Der Grenzwert für Kohlenstoffmonoxid in der Einatemluft ist nach Weltgesundheitsorganisation (WHO) 0.007 % (Durchschnittswert über einen Zeitraum von 24 Stunden).

Giftaufnahmewege

  • Luftwege (Inhalation)

Symptome

  • ab 0.02 Prozent Kohlenmonoxid in Einatemluft: leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein, Herzklopfen

  • ab 0.08 Prozent Kohlenmonoxid in Einatemluft: Schwindel, Bewusstseinstrübung, Schlaffheit, Tod innerhalb von 2 bis 3 Stunden

  • ab 0.20 Prozent Kohlenmonoxid in Einatemluft: Bewusstseinsverlust, Kreislaufkollaps, Tod innerhalb von 1 Stunde

  • ab 0.30 Prozent Kohlenmonoxid in Einatemluft: Tod innerhalb von 30 Minuten

  • ab 0.60 Prozent Kohlenmonoxid in Einatemluft: Tod innerhalb von 10 Minuten

  • ab 1.20 Prozent Kohlenmonoxid in Einatemluft: Tod innerhalb von 2 Minuten

Maßnahmen

Neben den Basismaßnahmen bei Vergiftungen sind die folgenden speziellen Maßnahmen sinnvoll:

  • Giftentfernung: für ausreichende Belüftung des Einsatzortes sorgen (gegebenenfalls Türen und Fenster öffnen, Patienten aus Gefahrenbereich bringen)

  • Antidot: Sauerstoffgabe mit maximalem Flow

Mime 2 - Anwesender

Spiel

Rolle

  • führt Helfer zum Patienten 

  • berichtet 'Situation vor Ort' 

  • bietet Hilfe an 

Zusammenfassung - Sequenz

Abdeckung

Notfallarten

  • Vergiftung - Kohlenmonoxid 

Notfallorte

Material

Ausrüstung

  • Beatmungsbeutel  (San)

  • Sauerstoffgerät  (San)

Diese Seite wurde am 2016-01-05 14:26 erstellt.

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